Geschichtlicher Rückblick auf den Ort Esch

Der nachfolgende geschichtliche Rückblick ist in zwei Kapitel aufgeteilt. Kapitel 1 enthält im wesentlichen eine kurze Schilderung der älteren Geschichte und allgemeine Punkte zum Dorf. Der Inhalt stammt aus der Festschrift des F.C. Esch zum 50. Jubiläum (1988).

Im 2. Kapitel werden vom Verfasser in chronologischer Weise Fakten wiedergegeben, die aus Original-Aufzeichnungen der Schul- bzw. Dorf-Chronik stammen. Hierbei wird hauptsächlich die Zeit ab Mitte der dreißiger Jahre bis heute behandelt.



Das Wappen von Esch

In Rot das goldene Brustbild des hl. Petrus mit silbernem Heiligenschein. In der rechten Hand ein silbernes Buch, in der Linken einen silbernen Schlüssel mit abgewendetem Bart haltend. Über einem goldenen Schilde, darin ein rotbewehrter schwarzer Löwe, belegt mit fünflätzigem, roten Turnierkragen.
Das Wappen der Gemeinde Esch ist einem alten Schöffensiegel von 1620 nachgebildet. Der schwarze Löwe weist auf die einstige Landesherrschaft der Grafen von Manderscheid-Blankenheim hin. Der hl. Petrus mit seinen Attributen Schlüssel und Himmelsbuch ist der Ortspatron der Gemeinde Esch.

Kapitel I: "Allgemeine Übersicht"

Auf einer Höhe von 553 Metern über NN liegt Esch am Rande seiner 1008 ha großen Gemarkung und bildet die nördliche Grenze des Kreises Daun und auch die nördliche Grenze des Landes Rheinland-Pfalz.

Die höchste Erhebung ist der Heidenkopf in Richtung Schmidtheim mit 594 Metern über NN. Dort mündete eine Römerstraße vom hohen Venn in die am Ort vorbeiführende Römerstraße von Trier nach Köln. Hier fand die Geschichte von Esch ihren Anfang.

Eine Karte des Landesmuseums Trier bringt den Beweis, dass sich an dieser Straßenmündung ein römisches Lager befunden hat. Mauerreste aus der Römerzeit auf Üngel, Römergräber, Hufeisen und sonstige Funde bestätigen die Eintragung. Damit dürfte die Errichtung einer Siedlung auf der Höhe, mitten zwischen Trier und Köln, ihren Anfang genommen haben und 2000 Jahre zurückliegen.

Aus einem Archiv des Erzbistums Köln geht hervor, dass im Jahre 1148 ein Herr Sibido aus Esch Pastor in Niederehe war. Von diesem Zeitpunkt an ist der Name "Esch" sehr häufig genannt. Hieraus ist zu schließen, dass Esch damals schon ein nicht unbedeutender Ort war.

Um das Jahr 1190 wurde eine neue Kirche gebaut, deren Turmreste heute noch einen Teil unserer Kirche bilden. Unterhalb der Kirche befand sich die Schule, die die 5. Vorgängerin der heutigen Schule sein dürfte.

Vom Schultheiß und dem Schultheißgebäude (heutiges Scholzen, Gasthaus) ist erstmalig die Rede im Jahre 1162.

Im Juni 1164 sollen die Gebeine der hl. 3 Könige, die von der Kaiserin Helena nach Mailand gebracht worden waren, bei einem Eroberungszug durch Kaier Friederich Barbarossa geraubt und nach Köln überführt worden sein. Der Zug war wegen der Kostbarkeiten sehr gefährdet. So wurden 3 Züge gebildet. In welchem Zug die Gebeine der hl. 3 Könige mit den goldenen Särgen waren, blieb geheim. Der Zug, in dem sich die Gebeine befanden, zog durch Burgund und weiter die Römerstraße Trier-Köln. Da nun Esch in der Mitte zwischen Trier und Köln an dieser Straße ein befestigter Stützpunkt war, machte der Zug dort Rast. Beim Schultheißen (Scholzen) wurden die kostbaren Särge mit den Gebeinen der hl. 3 Könige untergebracht.

Seither feiert Esch mit gutem Recht das Fest der hl. 3 Könige. Um das Jahr 1568 wurde das Gebäude Scholzen zum Gerichtsgebäude. Ein Beweisstück war das leider abhanden gekommene Gerichtsbuch, welches vom Grafen von Manderscheid-Blankenheim handgeschrieben in den Jahren 1568 bis 1604 angelegt und bis ins späte Mittelalter weitergeführt worden ist. Aus den Akten geht hervor, dass im Jahre 1628 ein Pastor Hildebrand und weitere vier Personen der Hexerei beschuldigt und verbrannt worden sind. Zwei Flurnamen, Henkbeuel und Gerich, sind noch aus dieser Zeit erhalten geblieben.

Heute ist das alte Scholzen eine freundliche Gaststätte, deren Besucher sich bei einem guten Tropfen begeistert an die Vergangenheit erinnern. In den Jahren 1650 bis 1680 wurde Esch von der Grafschaft Jünkerath, der Grafschaft Blankenheim unterstellt. Die Existenz der Bewohner war die Land- und Forstwirtschaft unter der Herrschaft der Grafen von Blankenheim.

Allmählich bildeten sich eigene landwirtschaftliche Betriebe, die in den Jahren 1870 bis 1880 ihren Höhepunkt erreicht hatten. Der Ort hatte mit den zugehörigen Handwerksbetrieben den Charakter eines reinen Bauerndorfes angenommen. Von dieser Zeit an verließen zunehmend viele Dorfbewohner die Landwirtschaft und fanden Arbeit bei der Jünkerather Gewerkschaft und bei der in diesen Jahren erbauten Eisenbahn in Jünkerath. Die Zahl der reinen landwirtschaftlichen Betriebe ging mehr und mehr zurück. Auch die landwirtschaftlichen Nebenbetriebe verloren immer mehr an Bedeutung und sind heute kaum noch zu finden.

Seit der Flurbereinigung im Jahre 1962 sind die reinen landwirtschaftlichen Betriebe auf weniger als ein Dutzend zurückgegangen, die sich nur noch teilweise in der geschlossenen Ortschaft befinden.

Fünf Landwirte besiedelten die vom Ort entferntesten Flächen. Hierdurch ist die große Gemarkung land- und forstwirtschaftlich nutzbringend erfaßt und die Existenz der Bauern, die dem Ort nicht fehlen dürfen, für alle Zeit gesichert. Somit hat Esch nun den Charakter eines reinen Bauerndorfes endgültig verloren.

Gaststätten, Fremdenpensionen und Wohnhäuser modernen Stils bestimmen heute das Bild des Ortes mit seinen rund 500 Einwohnern und machen ihn zum lieblichen Aufenthalt für Erholungssuchende.



Kapitel II: "Chronologischer Rückblick"

Die nachfolgenden Schilderung sind entnommen aus den beiden Original-Schul-Chroniken 1865-1948 sowie 1945-1993. Die Schul-Chronik 1865-1948 beginnt am 23-März-1865 (Lehrer Mastiaux).

Die meisten Aufzeichnungen stammen von Lehrer Josef Litzen. Als Nachfolger von Lehrer Pfingstmann macht er am 17-Jul-1912 als Lehrer für das Dorf Esch bei Jünkerath seine erste Eintragung. Mit: "Die Schule zählt gegenwärtig 77 Kinder" endet seine erste Eintragung.

Am 5-Mai-1914 wird die neue Schule in Esch nach einem Jahr Bauzeit feierlich eingeweiht. Der Neubau hat 22.000 Mark gekostet.

Die Aufzeichnungen sind ab dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs mit Nachrufen zu Gefallenen gespickt. Die beiden ersten Nachrufe gelten Karl Friedrichs, einem der Fußball-Vereinsgründer, der am 05.Jun.1940 nur 23-jährig und Caspar Michels der am 09.Jun.1940 nur 21-jährig in Frankreich den "Heldentod" fanden.

In den Kriegswirren verlieren unzählige Menschen den Tod auf dem Schlachtfeld, ebenso viele tragische Verluste der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. Sei es, dass Fliegerangriffe unsere Mitbewohner trafen oder Unglücke mit Munition eintraten. Unter den Opfern der Zivilbevölkerung sind meist Frauen und Kinder zu beklagen. Die Eintragungen der Schul-Chronik "1865-1948" enden mit dem tragischen Unglück vom 12-Mär-1945. In der "Komm" spielen mehrere Kinder mit einer Mine, die dort während des Krieges gelegt worden war. Plötzlich explodiert die Mine und tötet sofort den kleinen Franz Hansen (7 Jahre), sein jüngerer Bruder Johann stirbt kurze Zeit später in einem Lazarett in Luxemburg. Weitere Geschwister und andere Kinder werden zum Teil schwer verletzt und tragen heute noch erhebliche Folgen von dem Unglück.

Am 01.Okt.1945 wird der Schulbetrieb in Esch wieder aufgenommen. Während ringsherum viele Ortschaften vor Trümmerhaufen stehen, blieb die Schule in Esch von Kriegseinwirkungen unbehelligt. Leichte Dach- und Fensterschäden können durch Holzverschalungen notdürftig hergerichtet werden, möglicherweise zum Leidwesen der damaligen Schulkinder. Es wird in zwei Klassen unterrichtet. Der Unterricht gestaltet sich zunächst recht schwierig, da die Schulbücher aus der nationalsozialistischen Zeit bis auf die Religionshandbücher verboten sind.

Die Zeit ist geprägt durch Reparaturen und Baumaßnahmen an den zerstörten und beschädigten Häusern, jedoch fehlt es an Baumaterial wie Kalk, Zement und Bedachungsmaterial. Die Einrichtung einer Zement-Ziegelei am Heidekopf bringt eine Entspannung der Notlage. Unter der französischen Besatzungszeit befindet sich dorfausgangs nach Ripsdorf ein Schlagbaum. Passanten, Gepäck und Fahrzeuge werden von den Besatzern kontrolliert.

Im Herbst 1946 wird der Kirchturm, dessen Dach beim Bombenangriff am 19-Jan-1945 schwer beschädigt wurde, neu gedeckt. Man benutzt Aluminiumblech, Schiefer gehört nach wie vor zur Mangelware. Das Jahr ist gezeichnet durch eine der größten Dürreperioden des Jahrhunderts (bis dahin). Die Ernten fallen dementsprechend dürftig aus, man rechnet mit den allergrößten Schwierigkeiten bei der Volksernährung. Die Landwirtschaft muss den Viehbestand vermindern, um den kommenden Winter 46/47 zu überstehen. Wiesen und Weiden sind gänzlich verdorrt. Der anschließende Winter fällt sehr mild aus, eine Landplage befällt die Gegend: Wildschweine richten erheblichen Schaden auf den Feldern an, sie nähern sich bis nahe an die Häuser des Dorfes und zerwühlen Felder und Wiesen. Das Saatgut wird vielfach völlig vernichtet. Dadurch, dass nach dem Kriege alle Schusswaffen abgeliefert werden mussten, wird man der Plage nicht Herr.

Die alte Schule aus dem Jahr 1838, am Kirchhof gelegen, wird im Jahre 1948 abgerissen. Durch Bomben war sie am 19-Jan-1945 schwer beschädigt worden, das Dach war völlig zerstört. Der Gemeiderat hatte beschlossen, sie nicht mehr instandzusetzen. Die noch brauchbaren Steine werden sortiert und für die Errichtung einer neuen Friedhofsmauer im Oktober 1948 verwendet. Durch Einbeziehung des alten Baugeländes der alten Schule wird der Friedhof wesentlich erweitert.

Am 20-Nov-49 wird in der Pfarrkirche die neue Orgel feierlich eingeweiht. Die alte Orgel aus dem Jahre 1929 - von Fabritius aus Kaiserswerth erbaut - wird an die Pfarrei Alendorf verkauft. Die neue Orgel wurde von dem Orgelbaumeister Michael Körfer aus Gaualgelheim bei Bingen gebaut. Die Schule zählt 55 Kinder. Zur Schulentlassung am 31-Aug-50 vermerkt die Schul-Chronik die niedrigste Schülerzahl seit etwa sechzig Jahren.

Die Mühle und Schreinerei der Eschermühle (Josef Reifferscheid) sorgt am 29-Jan-1950 für Schlagzeilen. In der Morgenfrühe brennt sie vollständig aus. Die gesamte Mühleneinrichtung, Sägewerk, Maschinen, Werkzeuge und Holzvorräte fallen den Flammen zum Opfer. Das Wohnhaus bleibt neben Scheune und Stallung unversehrt.

Die frühen fünfziger Jahre sind gekennzeichnet durch viele Neubauten und Ansiedelungen von Kriegsflüchtlingen. So werden im Frühjahr 1951 29 Personen gezählt, die aus Ostgebieten wie Ostpreussen, Warthegau, Sudetenland, Rumänien und Ungarn stammen.

Die Kirche erhält eine neues Geläute, das am 6-Jul-1952 geweiht wird. Die drei neuen Glocken aus Euphonbronze in den Tönen "F", "G" und "A" wurden von der Glockengießerei "Carl Czudnochowsky" aus Erding bei München gegossen. Der Bischof Matthias Wehr besucht die Pfarrei zur "üblichen Pfarreivisitation" am 12-Jul-1952. Die Dorfstraße in Esch wird 1953 mit Basaltkies eingedeckt und mit einer Teerdecke versehen. Die Straßenrinnen werden neu gepflastert, der Soldatenfriedhof in Feusdorf erhält auf sämtlichen Gräbern neue Steinkreuze. Die nächsten Jahre sind durch viele Neu- und Umbauten gekennzeichnet. Am 19-Apr-55 übernimmt Josef Schuhn die Schulleitung. Josef Litzen bleibt der Gemeinde in seiner Funktion als Organist und Chorleiter erhalten.

Das Ehrenmal für die Toten der Weltkriege wird im Frühjahr 1955 fertiggestellt. Im Sommer herrscht in vielen Ortteilen der Gemeinde Wasermangel. Verursacht durch eine veraltete Pumpe reicht die Versorgung nicht mehr aus, zumal viele Rohrbrüche einen erheblichen Teil Trinkwasser im Boden versickern lassen. Eine neue Pumpe wird im November 1955 installiert. Eine Reihe von Nebenstraßen werden an die Kanalisation angeschlossen. Die Schule erhält Ende 1955 neue Bänke zur Freude der Kinder, die "aus der Enge der alten Bänke befreit wurden". Die Arbeiten an dem neuen Stromnetz werden nach 3-monatiger Arbeit des "RWE" beendet. Esch hat eine neue Straßenbeleuchtung.

Das Jahr 1956 ist gekennzeichnet durch einen sehr kalten Winter. Temperaturen bis minus 30 Grad C werden über vier Wochen verzeichnet. Die Wintersaat wird durch die anfangs fehlende Schneedecke stark beeinträchtigt. Weißer Sonntag ist weiß ! Bis Mitte April bleibt Esch in Schnee gehüllt. Das gesamte Jahr herrscht naßkaltes Wetter, so dass die Ernten entsprechend mager ausfallen. Zudem bricht der Winter bereits Ende Oktober mit heftigen Schneefällen sehr früh ein, zur Freude der Kinder, die ihren Schlitten früher als geplant herausholen können.

Die Pfarrkirche wird im Juni 1957 durch zwei neue Kirchenfenster, links und rechts vom Altar verschönert. Die Fenster stammen aus Entwürfen des Künstlers Schwarzkopf und sind angefertigt von Fa. Binsfeld aus Trier. Anläßlich der Firmung besucht Weihbischof Stein die Pfarrei.

Herr Dechant i.R. Stephan Schieben stirbt am 1-Jul-1958 im Alter von nahezu 85 Jahren. Von 1903 bis 1914 war er Pfarrer in Esch. Er ließ kurz vor dem 1. Weltkrieg die Erweiterung der Pfarrkirche durchführen. Die Schule erhält 1959 einen neuen Ofen. Pfarrer Adam Faber tritt 1959 in den Ruhestand. Er hat die Geschicke der Pfarrei vom 30-Nov-1927 bis zum 1-Jun-1959 geleitet. Als Pensionär bleibt er in Esch wohnen, Vikar Latzke aus Jünkerath übernimmt die Pfarrei.

Bedingt durch die geburtenstarken Jahrgänge wird 1960 vom Escher Gemeiderat in der Gemeinderatssitzung vom 2-August der Bau einer neuen Schule beschlossen. Sie soll "Auf Eichberg" errichtet werden. Die Erweiterung der alten Schule wird aus Kostengründen verworfen. Die Planung erfolgt durch den Architekten Nachtsheim aus Oberbettingen-Hillesheim. Der Bau ist für Anfang 1961 vorgesehen. Der Bauplatz für die neue Schule wird verlegt, auf das Gelände hinter der alten Schule, der Rohbau steht Ende 1961.

Die neue Gefrieranlage wird Ende 1961 in Betrieb genommen. 40 Kühlfächer (ab 1964 noch 20 mehr), dazu ein Vorkühlraum und ein kleiner Raum für Notschlachtungen sind eindeutige Vorboten für das "Deutsche Wirtschaftswunder".



Am 21-Feb-1961 stirbt der langjährige Seelsorger Adam Faber 83-jährig. Er wird am 3-Mär-1961 auf dem Escher Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Aus Ratibor (in Schlesien) kommend übernimmt Pfarrer Augustin Opperskalski am 3-Dez-1961 die Pfarrei Esch.

Die Reparatur des Kirchturms mit der Aluminiumbedachung aus 1945 hat ausgedient. Im Sep-1963 erhält die Kirche einen neuen Kirchturm. Nach Ausbesserungsarbeiten und einer neuen Mauerkrone kann ein neuer Hahn auf dem Kirchturm der Bevölkerung wieder die Windrichtung anzeigen, nachdem der alte Hahn eingerostet war. Bei einem Verkehrsunfall am 21-Okt-63 erleidet die 23-jährige Lehrerin Inge Wonner tödliche Verletzungen. Lehrer Josef Schuhn verläßt im gleichen Jahr als Lehrer die Gemeinde Esch und wird an die Volksschule Oberbettingen berufen. Die Bezirksregierung beruft das Lehrerehepaar Dieter und Helga Nohn nach Esch.

Der Sommer 1964 ist durch lange Trockenheit und Hitze gekennzeichnet. Die Wasserversorgung des Dorfes ist wegen der vielen schadhaften Rohrbrüche schlecht. Nachts muss die Wasserversorgung sogar eingestellt werden. Das Leitungsnetz muss noch in diesem Jahr erneuert werden. Ausbleibender Regen beschert dem Vieh Futterknappheit.

Das neue Feuerwehrgerätehaus wird durch die Freiwillige Feurwehr in Angriff genommen. Neben der alten Schule wird das Gebäude in Eigenleistung innerhalb von drei Wochen errichtet. Im Dez-64 weht bereits der Richtstrauß auf dem Dach.

März 1965 endet der Wassernotstand mit der Inbetriebnahme der neuen Wasserversorgungsanlage. Ein neues Wasser-Quellgebiet (Richtung Eschmühle) und moderne Punpen in einem neuen Pumpenhaus befördern das Wasser in den großen Hochbehälter auf dem "Kirchbungert". Das Wasserversorgungsnetz ist allerdings immer noch nicht erneuert. Am 26-Jun-65 wird die neue Volksschule endlich feierlich eingeweiht.

Einen Monat später, am 24. und 25-Jul-65 wird auch der neben der neuen Schule gelegene Sportplatz anläßlich des Sportfestes eingeweiht. Damit hat die Schule auch ihre Sportanlage, die später um eine Ringbahn und leichathletische Kampfstätten (Hoch- und Weitsprung und Kugelstoßen) erweitert wird.

Der alte Friedhof neben der Kirche ist wegen der wachsenden Bevölkerung zu klein geworden. Ein neuer Friedhof mit fünf Terrassen wird unterhalb der Pfarrkirche angelegt. Auf der obersten Terrasse steht ein überragendes großes steinernes Friedhofskreuz. Pfarrer Opperskalski weiht ihn am 25-Sep-66 feierlich ein.

Ein verheerendes Hagelwetter zerstört im Jul-67 die gesamten Ernten in Wiesbaum und Mirbach. Esch wird acht Tage später von einem Unwetter heimgesucht, wie es 40 Jahre nicht mehr war. Faustdicke Hagelkörner zerschlagen vor allen Dingen die nördliche Hälfte der Gemarkung Esch. Dächer und Stallungen werden durch das Unwetter stark in Mitleidenschaft genommen. Fensterscheiben gehen haufenweise zu Bruch.

Am 26-Aug-67 brennt es auf dem Reinertshof. Die Freiwillige Feuerwehr Esch kann dank ihres neuen Einsatzfahrzeugs mit der Hilfe der Jünkerather Feuerwehr das Feuer schnell unter Kontrolle bekommen und größeren Schaden vermeiden.

Die Pfarrkirche St. Medardus erlebt das Jahr 1968 in neuer Gestaltung. Die Außenseiten und das Innenleben sind völlig renoviert. Vor den Säulen-Postamenten sieht man die Wappen des gräflich Manderscheidschen Schultheisenpaares Balthasar von Berchen und Anna Katharina von Manderscheid. In den Jahren 1910/11 wurde die Kirche durch ein Querschiff und die Erweiterung des Chorraums erweitert. Dies wurde von Bischof Michael Felix Korum (Trier) am 22-Mai-1928 konsekriert.



Der Hochaltar wird an die Chorwand gerückt, um Platz zu schaffen für den Opfertisch als zentrale Mitte des Gotteshauses. Die Kanzel erhält einen neuen Platz auf Höhe des Altars. Neue Beleuchtungsanlagen und neue Farbtöne runden die Renovierung ab.

Das neue Schuljahr beginnt in der Grundschule Esch mit der Zusammenführung von Esch und Feusdorf. Die Volksschule Feusdorf wird geschlossen. Schulbusse fahren die Schüler aus Feusdorf nach Esch und die Hauptschüler aus Esch nach Jünkerath. Pfarrer Opperskalski hält je Woche zwei Religionsstunden.

Die Neugestaltung des Kirchenanwesens wird 1969 mit der Pflasterung von "schönen Beton-Verbundsteinen" fertiggestellt, gerade rechtzeitig zur Kirmes. In einer Bürgerversammlung im Jul/Aug-69 wird dem Vorhaben der Verbandsgemeinde Jünkerath von den Eschern eine klare Absage zur Eingemeindung nach Jünkerath erteilt. Trotz eindringlicher Darlegung setzt sich die Gemeinde ausdrücklich für die Selbständigkeit ein. In einem Protestschreiben nach Mainz verleiht die Gemeinde seiner Entscheidung nochmals Nachdruck.

Am Volkstrauertag im Nov-69 wird die neue Aufbewahrungshalle am Friedhof der Öffentlichkeit übergeben. Die Musikkapelle Feusdorf begleitet Pfarrer Opperskalski bei der schlichten Feierlichkeit. Damit endet auch die bis dahin übliche Hausaufbewahrung.

Die ehemalige Verbandsgemeinde Lissendorf wird 1970 aufgelöst und mit der damaligen Verbandsgemeinde Stadtkyll zur "Verbandsgemeinde Obere Kyll" mit Sitz in Jünkerath zusammengelegt (7.800 Einwohner).

Lehrer Dieter Nohn wird nach acht Jahren Schule Esch mit Wirkung zum 1-Mär-71 an die Volksschule Manderscheid versetzt. Wenige Monate später folgt Helga Nohn ihrem Mann. Zwei neue Lehrer führen die Grundschule Esch weiter: Ursula Palms und Wolfgang Kreckler.

Pfarrer Opperskalski stirbt auf Gründonnerstag am 30-Mär-72 im Alter von 68 Jahren. Er war 42 Jahre im Dienst der Kirche als Kaplan, Pfarrer und Erzpriester in seiner Heimat in Oberschlesien. Nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik leitet er seit dem 8-Dez-61 zehn Jahre die Pfarreien Esch und Feusdorf. Nach einer heiligen Messe bricht er mit einem Herzinfarkt zusammen und verstirbt kurz danach.

Pfarrer Eduard Latzke übernimmt im Apr-72 die Seelsorge und Betreuung der Pfarrgemeinde. Lehrerin Ursula Palms verlässt die Grundschule Esch und wird von Edna Kreckler ersetzt.

Die lange Schulgeschichte der Escher Gemeinde findet ihr Ende am 31-Jul-73 mit der Auflösung der Grundschule Esch. Ab dem 1-Aug-73 werden die 74 Escher und Feusdorfer Kinder ebenfalls, wie ihre ältern Geschwister zur Grund- und Hauptschule Jünkerath gehen müssen. Das Lehrerehepaar Kreckler geht ebenfalls nach Jünkerath. Damit endet auch die ausführliche Berichterstattung der Schul-Chronik.

Nach Umbaumaßnahmen wird die Schule Esch zu einem Kindergarten umgebaut, und ab 1-Dez-73 betreten bereits die ersten Kindergartenkinder ihr neues Domizil. Erste Leiterin wird Bärbel Heinzen (geb. Klinkhammer).

1975 gibt es in der Gemeinde Esch 821 Stück Rindvieh, davon 343 Kühe und 28 Zuchtsauen bei 40 Viehhaltungen, 14 im Vollerwerb und 28 im Nebenerwerb.

Im Jahre 1978 feiert der Escher Tambourcorps sein 25. Vereinsjubiläum. Die Männer der ersten Stunde werden für langjährige Tambourcorps-Tätigkeit mit Ehrenurkunde und Wappenteller geehrt.

Das alte Pfarrhaus nimmt ab Okt-79 eine neue Aufgabe. Es wird zur Zweigstelle der Kreissparkasse umgebaut. Erhebliche Sicherheitsvorkehrungen gegen Überfall und Einbruch müssen angebracht werden. Die Öffnungszeiten ändern sich über die Jahre, allerdings ist man im Dorf froh, die Bankgeschäfte im Dorf abwickeln zu können. Besonders die Schalterstunden am Samstag sind beliebt. Die Kundschaft kommt nicht nur aus Esch sondern auch aus den umliegenden Ortschaften wie Feusdorf und Waldorf.

Die Chorgemeinschaft Esch "Heimatklang" hat Geburtstag. 1982 feiert sie unter dem Vorsitz von Peter Mayer das 10-jährige Jubiläum. Chorleiter Reifferscheid feiert gleichzeitig sein 10-jähriges Dienstjubiläum.

Die Alte Herren Abteilung des Sportvereins F.C. Esch 38 feiert 1984 ihr 10-jähriges Bestehen. Unter der Schirmherrschaft von Ortsbürgermeister Peter Jobelius richtet die AH Esch ein Sportfest aus. Es werden Turnierspiele bestritten. "Schirm"-Herrschaft ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen, denn es regnet das ganze Wochenende in Strömen.

Das Jahr 1984 wird durch eine Dauerregenperiode zur landwirtschaftlichen Katastrophe. Das Getreide verfault buchstäblich auf den Feldern, eine Ernte ist kaum möglich. Höchste Niederschläge und tiefste Temperaturen seit 18 Jahren führen zum Erntenotstand. Krisenstäbe werden gebildet. Die Viehzählung im Dez-84 ergibt 16 Kuhhaltungen mit 387 Kühen.

Die Freiwillige Feuerwehr Esch richtet vom 30-Aug bis 01-Sep-85 anläßlich seines 90-Geburtstag den Verbandsfeuerwehrtag der VG Obere Kyll aus. Am Sonntag findet eine Kranzniederlegung am Ehrenmal statt, der Festgottesdienst ist im Festzelt.

Josef Caspers stirbt am 18-Nov-85 im Alter von 97 Jahren. Er zeichnete sich aus durch langjährige kommunalpolitische Tätigkeit (1952 - 1969 Mitglied des Ortsgemeinderats, von 1960 bis 1969 war er Ortsbürgermeister.

Die 1913 erbaute "Alte Schule" wird 1986 einer Sanierung unterzogen. Das Gemeinschaftshaus wird von Vereinen und Gruppen zu Feierlichkeiten genutzt. Ein neues Kanalnetz wird in Esch verlegt. Eschbergstraße und Hüllchen haben bereits ein neues Kanalnetz. Die Arbeiten an der Kläranlage (Richtung Alendorf) beginnen und sollen Ende 1987 abgeschlossen sein.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Esch löst Michael Lamberty 1988 den langjährigen Wehrführer Valentin Lamberty ab. Es gab in diesem Jahr einen Ölunfall, bei dem die FFW Esch 14 Tage im Einsatz war.

Die neue Kläranlage wird am 13-Jul-88 eingeweiht. Pfarrer Beissel und Pastor Stüber (ev. Kirchengemeinde Gerolstein-Jünkerath) segnen die Anlage ein. Fünf Jahre später, im Jahre 1993 gewinnt Esch den Preis für "Vorbildliche Kläranlagen" in der Einwohnerklasse bis 600 Einwohner.

Die Pfarrkirche St. Medardus in Esch wird in einem achtmonatigen Zeitabschnitt restauriert. Die Sonntagsgottesdienste finden während dieser Zeit in Feusdorf statt, werktags weicht man in den Gemeindesaal Esch (Alte Schule) aus.

Im März 1990 fegt das Tief "Wiebke" durch das Eifelland. Im Escher Gemeindewald fallen 5.700 Festmeter (fm) Fichten und 300 fm Buchen dem Sturm zum Opfer. Brandholz gibt es für dieses und die nächsten Jahre genügend. Der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz beziffert die Schäden im Landesgebiet auf 7 Millionen fm Schadholz, welches im Nachhinein erhebliche Probleme bei der Aufarbeitung mit sich bringt. Begingt durch die große Menge gestalten sich die Aufforstungsarbeiten schwierig und langsam. Der Käfer hält Einzug in die Borke und sorgt für weitere Probleme.

Maschinen und Aufräumtrupps werden aus aller Herren Länder beordert, man legt sogenannte Naßlager an, die noch über Jahre hinaus ständig bewässert werden und erst Ende der 90er Jahre so langsam verschwinden. Die heimische Sägeindustrie kann nur einen Bruchteil verarbeiten. Laub- und Mischwaldkulturen werden an die Stelle der durch Sturm radikal geschlagenen Schneisen angelegt.

Am 9-Nov-90 brennt das Haus von Manfred Keller (Hauptstraße). Innerhalb kurzer Zeit brennt das Fertighaus bis auf die Kellermauern ab. Die Nachbarschaft und der Freundeskreis helfen der Familie mit dem Nötigsten aus. Nach kurzer Zeit kann ein neues Fertighaus aufgesetzt werden.

Pfarrer Beissel stirbt am 17-Jun-1992 nach langer Krankheit. Er wird nur 65 Jahre alt. Er wirkte vom 4-Mai-80 bis zu seinem Todestag in den Pfarreien St. Antonius Jünkerath, Hl. Kreuz Jünkerath-Glaadt und St. Medardus Esch. Während seiner Pfarreizeit wurden die Kirchen in Esch und Jünkerath restauriert. Er war ein Mann des Volkes.

Die "Kreisstraße 69" wird in diesem Jahr ausgebaut und total renoviert. Besser als "Hauptstraße" bekannt, erfährt diese auch veränderte Straßenführungen. Es müssen Häuser der neuen Straße weichen (z.B. am Dorfplatz Linkskurve nach Jünkerath). Der Dorfplatz wird im Zuge dieser Maßnahmen komplett umgestaltet. Ebenso der Kirchvorplatz erhält ein neues Gesicht, das Ehrenmal für die Toten der Weltkriege wird neugestaltet.

Die Bauarbeiten der Hauptstraße finden ihren Abschluss im Fest der Dorfplatzeinweihung am 8- und 9-Mai-93. Der neue Dorfplatz und Kirchenvorplatz werden eingesegnet von Pater Schwarz. Die Freiwillige Feuerwehr Esch gründet zum 1-Jun-93 eine aktive Damen-Feuerwehr-Abteilung. Zehn junge Frauen aus Esch treten in den aktiven Dienst der Truppe.

Bombenstimmung herrscht im Jul-93 in der Talstraße im Wellemshof. Bei Baggerarbeiten auf dem Gelände von Mehmet Fistik wird eine Zentnerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Nach Evakuierung in 200 m Umkreis wird die Bombe vom Kampfmittelräumdienst entschärft.

Die Freiwillige Feuerwehr Esch glänzt derweil durch Gold. In mehr als 330 Übungsstunden haben 15 Feuerwehrleute unter der Leitung von Wehrführer Michael Lamberty sich auf den Feuerwehrleistungswettbewerb vorbereitet. Nach Bronze und Silber in den Vorjahren erringt die FFW Esch am 4-Sep-93 das Goldene Feuerwehrleistungsabzeichen. Die Gemeinde beglückwünscht die stolze Truppe.

Pastor Reinhard Mallmann übernimmt am 10-Sep-93 im Alter von 35 Jahren unter großer Teilnahme der Escher Bevölkerung die Pfarrei Esch und Feusdorf.

Der Kindergarten wird im Jun-94 20 Jahre alt. Unter der Leitung von Gertrud Schaefer wird ein großes Fest veranstaltet. Der Kindergarten ist wegen des großen Kinderaufkommens seit 1992 in zwei Gruppen aufgeteilt. Er erfreut sich weiterhin regen Zulaufs. 1996 müssen erstmalig Neuzugänge auf Wartelisten gesetzt werden. Mit zwei Gruppen à 25 Kindergartenkinder ist die Kapazitätsgrenze endgültig erreicht.

Das Jahr 1997 ist kommunalpolitisch ein windiges Jahr. Nach einigem Hin und Her, nach Gut- und Schlechtachten, nach Diskussionen und Monologen ringt sich die Gemeinde durch, sich gegen eine Windkraftanlage von etlichen Großwindkrafträdern an der südwestlichen Ortsgrenze auszusprechen. Bleibt festzuhalten, dass das Vorhaben neben viel Wind leider viel Unfrieden gestiftet hat.

Die Escher Zweigstelle der Kreissparkasse Daun wird geschlossen. Im Herbst 1997 feiert die Escher Chorgemeinschaft "Heimatklang" ihr 25. Jubiläum unter der Chorleitung von Dirigent Herbert Schermack. © G.T.(1998)